Archive für Oktober 2010

Seltsame Gestalten auf der Kampenwand

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Ein nasskalter Sonntagmorgen. Auf dem Parkplatz der Kampenwandbahn treffen sich 3 dick eingemummte Gestalten. Auf ihren Rücken: Große orangene Rucksäcke – oben schaut ein Lenker raus, unten 2 Reifen. Zu dritt passen sie gerade so in die Gondel und schon geht’s nach oben. Die Scheiben der Kabine sind beschlagen, was unten noch Regen war wandelt sich immer mehr in Graupel und Schnee.

Oben werden die 3 von einer weißen harschigen Landschaft erwartet, die dick in watteartige Wolken gehüllt ist. Trotz des nicht gerade einladenden Wetters sind erstaunlich viele Wanderer unterwegs.
Wegen des rutschigen Untergrunds sind die 3 mit ihren seltsamen Rucksäcken trotz Bergschuhen sehr vorsichtig unterwegs auf ihrem Weg zur Steinlingalm. Dort angekommen werden die ca. 10kg schweren Rucksäcke abgestellt und die herausschauenden Teile ausgepackt. Der Lenker und das kleine Hinterrad werden ausgezogen, die Gabel ausgeklappt. Nachdem noch der Rucksack gedreht wurde, steht man vor einer Art Roller mit eingebautem Rucksack auf dem man knien kann. Alternativ kann man sich auch auf die hinteren Fußrasten stellen.
Am „Bergmönch“ genannten Roller sind darüberhinaus zwei kräftige Scheibenbremsen von Shimano angebracht – alles wirkt sehr solide und durchdacht.

Bild wurde überspielt von: lgb Auspacken an der Steinlingalm

Die 3 „Wahnsinnigen“ vom Chiemgauer Radhaus und vom Hersteller Koga schützen sich noch mit ihren Helmen und dicken Handschuhen und schon geht’s bergab in Richtung Gorialm. Auf dem nassen rutschigen Weg wird noch öfters ein Fuß zusätzlich auf dem Boden schleifen gelassen, damit die Fuhre auf drei Beinen sicherer rollt. Bald werden die Schneeplatten auf dem Weg weniger und die Fahrt wird immer flotter. In schneller Fahrt geht’s mal kniend mal auf den Fußrasten stehend weiter. Bei der Gori angekommen werden die nassen Brillen geputzt und irgendwie wirken die drei trotz Sauwetter nicht wirklich unzufrieden. Begeistert über den extrem niedrigen Schwerpunkt und die dadurch hervorragend reagierenden Bremsen geht’s weiter durchs Goriloch in Richtung Gschwendt. Irgendwann hat die rauschende Fahrt dann doch ein Ende und die 3 müssen links ab damit sie wieder zur Talstation der Kampenwand kommen. Auf dem kurzen nicht fahrbaren Stück werden die Bergmönche geschoben – wenns zu steinig wurde, teilweise einfach nur auf dem Hinterrad vor sich her geschoben. Nach ein paar Meter können die 3 schon wieder rollern und bald geht’s schon wieder flott bergab. Es wird sich in Mönchsstellung hingekniet und weitergefahren. Je nach Talent und Erfahrung wird auch schon mal über nervige Rinnen einfach drübergesprungen. Das elastische vollgefederte Fahrwerk machts möglich.
Ein kurzes Steilstück und 2 unerfahrene Fahrer kommen doch etwas in Bedrängnis. Ein größerer Felsbrocken, der Bergmönch rutscht, doch schnell ist der Fuß am Boden. Der Fahrer stellt begeistert fest: Mit nem Mountainbike wär das jetzt schief gegangen. Doch gleich wird weitergefahren, langsam werden es wieder mehr Wanderer die mehr oder weniger erstaunt den 3 unerschrockenen Rollerfahrern hinterherschauen.
An der Talstation der Kampenwandbahn angekommen grinsen sich die 3 vergnügt an. Alle schauen aus, als hätten sie sich in ihren GoreTex Klamotten ausgiebigst im nassen Dreck gewälzt. Egal, die Klamotten kann man waschen, die Bergmönche werden sofort provisorisch gesäubert, bevor sie wieder klein zusammengelegt im Auto verschwinden.

Bild wurde überspielt von: lgb GoreTex kann man waschen

Fazit: Selten bei so einem Sauwetter so viel Spaß gehabt. Faszinierend, daß zwar die Oberschenken brennen, die Knie aber die Belastung beim Bergabfahren überhaupt nicht übelnehmen. Ein Segen für all die, die zwar problemlos die Berge raufkommen, aber ganz klassisch, die Berge kaum noch runtergehen können, weil die Sehnen, Knorpel und Gelenke das einfach nicht mitmachen wollen.
Bleibt nur noch der Preis. Die 1699€ sind sicher kein Pappenstiel, man bekommt dafür aber auch ein grundsolides vollgefedertes Fahrzeug mit hochwertiger Ausstattung mit einen großen und stabilen Vaude Rucksack. Für die einen ist der eingebaute Spaßfaktor dann endgültig das Geld wert, für die anderen ist die Chance wieder wandern gehen zu können der ausschlaggebende Faktor, der die Entscheidung zum Kauf leicht macht.

FL

Traktor trifft Fahrrad

ADFC gibt Tipps zum Rad fahren auf Wirtschaftswegen

Auf ländlichen Wegen sind Landmaschinen unterwegs, auch Radfahrer nutzen die oft asphaltierten Wirtschaftswege gerne. Hier können sich Konflikte mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen oder ihren Hinterlassenschaften ergeben, stellt das ADFC-Magazin Radwelt in seiner neuen Ausgabe fest.

Auf Wirtschaftswegen gilt die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und damit an Kreuzungen die Regel „rechts vor links“. Aber Vorfahrtsberechtigte sollten unvorsichtiges Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer einkalkulieren (OLG Koblenz 12 U 25/05).

Es gilt das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme: Ausweichen muss der Verkehrsteilnehmer, dem es leichter fällt. „Das wird in der Regel nicht der Traktorfahrer mit seinen Anhängern oder Anbaugeräten sein“, sagt ADFC-Rechtsexperte Roland Huhn.

Radfahrer können Wirtschaftswege befahren, wenn die Gemeinde den Weg beispielsweise in einen Radwegeplan aufnimmt (OLG Frankfurt 24 U 21/99), obwohl ein „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ besteht. „Manchmal ist die Radverkehrswegweisung am selben Pfosten angebracht wie das Schild, das den Radverkehr verbietet“, so der Experte.

Erholungsbedürfnis hat Vorrang vor dem Eigentumsrecht: Radfahrer dürfen auch Wirtschaftswege ohne Beschilderung befahren. Die Naturschutz- oder Landschaftsgesetze der meisten Länder sehen neben dem Betreten auch ein Recht zum Fahren mit dem Fahrrad auf privaten Wegen in der freien Landschaft vor. Der Eigentümer braucht zur Sperrung solcher über sein Grundeigentum verlaufenden Wege eine behördliche Genehmigung. Gelegentliche Missbrauchsfälle rechtfertigen es nicht, die Betretungs- und Befahrungsbefugnis gänzlich auszuschließen (VG Münster 7 K 1509/02).

Auf Wirtschaftswegen dürfen Radfahrer keine optimalen Verkehrsverhältnisse erwarten: Schadensersatz bekamen weder ein Rennradfahrer, der mit seinen schmalen Reifen in einen Kanalrost geraten war (OLG Koblenz 1 U 1136/96), noch ein Radfahrer, der auf einem unbefestigten Feldweg stürzte (LG Aachen 4 O 25/98). Auch stärkere Verschmutzungen (OVG Lüneburg, 7 OVG A 200/88) gehören zu den typischen Gefahren auf Wirtschaftswegen. „Stürzt ein Radfahrer deswegen, hat er keine Chance auf Schadensersatz“, sagt ADFC-Rechtsexperte Huhn.

Fürs Fahrrad: Licht-Check kostenlos

Gutes Licht am Fahrrad bringt mehr Sicherheit. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Deshalb gibt es jetzt den kostenlosen Licht:Check für alle Fahrradbesitzer.

Auf Initiative des Radclubs Deutschland führen engagierte Fahrradfachgeschäfte diesen besonderen Service durch. Dabei wird getestet, ob die Ausstattung der Lichtanlage den Vorschriften der StVZO entspricht und ob sie zuverlässig funktioniert. Bei bestandenem Test gibt es eine Plakette. Jeder Prüfbericht enthält zudem Tipps, wie man eine Standard-Lichtanlage besser ausstatten kann.

Alle diese Leistungen sind gratis, Kosten entstehen nur bei einem Reparatur- oder Austauschauftrag.

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